Mag. Tanja Guserl
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Psychologische Gutachten und Abklärungen

Gerichtsgutachten

Gerichtsgutachten werden direkt vom Bezirks- oder Landesgericht in Auftrag gegeben. Der Richter bestellt den Sachverständigen mittels eines Beschlusses.
Elternteile, ihre Anwälte und das Jugendamt können dem Gericht die Einholung eines psychologischen Gutachtens nahe legen.

Der Gutachter hat den Auftrag, sich neutral und objektiv ein umfassendes Bild über die Verhältnisse der betroffenen Kinder und Eltern zu machen.
Er soll aus psychologischer Sicht beurteilen und dem Gericht empfehlen,
welche Regelung dem Kindeswohl am besten dient.

Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bei umfangreichen Fragestellungen liegt bei ein bis drei Monaten, da für die Begutachtung jeweils eine Reihe von Untersuchungsterminen notwendig sind.


Ein psychologisches Gerichtsgutachten beinhaltet in der Regel:


• Exploration beider Elternteile (jeweils in 1 - 2 Sitzungen)
• Bei Bedarf testpsychologische Untersuchung der Elternteile, Bezugspersonen
• Befragung und testpsychologische Untersuchung des Kindes (1 - 3 Termine)
• Hausbesuche (in der Regel bei jedem Elternteil, bei wichtigen Bezugspersonen oder bei Pflegefamilien bzw. Heimen)
• Vermittlungsgespräche zur Entwicklung einer einvernehmlichen Lösung, falls beide Elternteile dazu bereit sind (Mediation)
• Befragung von Auskunftspersonen: z. B. Großeltern des Kindes, neue Lebenspartner der Elternteile
• Befragung von beteiligten Fachkräften: Erziehern, Lehrern, Sozialarbeitern des Jugendamtes
• Interaktionsbeobachtung des Kindes mit den Elternteilen oder weiteren Bezugspersonen


Aufgabestellungen eines familienpsychologischen Gutachtens


Obsorge: Regelung der Obsorge und des Aufenthaltsbestimmungsrechts
für Kinder bei Trennung oder Scheidung der Eltern.
Besuchsrecht: Ausgestaltung des Kontaktes des Kindes zu seinen Bezugspersonen.
Erziehungsfähigkeit: Beurteilung der Erziehungsfähigkeit von Eltern. Notwendigkeit eines Entzugs
oder einer Einschränkung der Obsorge.
Hilfen für die Erziehung: Einschätzung des Bedarfs an pädagogischen und psychologischen Maßnahmen
zur Unterstützung der Erziehung.
Fremdunterbringung: Einschätzung der Notwendigkeit einer Fremdunterbringung des Kindes in einer
Pflegefamilie oder Einrichtung.
Privatgutachten Familienpsychologische Gutachten können privat von betroffenen Elternteilen, Fachkräften
(z. B. Rechtsanwälte) oder Institutionen (z. B. Jugendamt) in Auftrag gegeben und dem Gericht vorgelegt werden.

Mögliche Fragestellungen:
• Bewältigung der seelische Folgen von Trennung und Scheidung
• Regelung der Obsorge
• Festlegung des Besuchsrechts
• Beurteilung der Fremdunterbringung eines Kindes
• Beziehungsstruktur des Kindes zu Eltern, Großeltern und weiteren Bezugspersonen
• Diagnostik zur seelischen Struktur des Kindes
• Abklärung des Kindeswillens
• Beurteilung vorhergehender Begutachtungen (Zweitgutachten)
• Beurteilung von Maßnahmen der Jugendwohlfahrt


Für Privatgutachten gibt es drei Möglichkeiten:

Gutachterliche Stellungnahme: zur Beantwortung einer eingeschränkten Einzelfrage mit eigener Befunderhebung.

Psychologische Stellungnahme: als Stellungnahme zu einem vorliegenden Gutachten ohne eigene Befunderhebung (Zweitgutachten).

Psychologisches Gutachten: Eigene Befunderhebung, Diagnostik, Interpretation und Vorschläge zur Intervention bei bestimmten Fragestellungen.